Mittwoch, 15. Oktober 2014

Konzept Bahnhof Leisnig vom 1. Oktober 2014...


Konzept

 

Bahnhof Leisnig

 

„Visitenkarte für eine

historische Stadt“

 

 

Ein sozio-kulturelles

Kommerz-, Kunst- und Bauprojekt.

 

                        Erstellt am 1. Oktober 2014

                                              

Konzeptverfasser:

 

Erwin  Feurer

Am Schloss 3

D-02627 Radibor

 


Inhalt

 

A. Visionen und Utopien für einen Bahnhof und eine historische Stadt                 

 

1. Vorbemerkungen                                                                                                             

2. Ausgangslage                                                                                                                 

3. Denkmalpflegerische Bedeutung                                                                                    

4. Grobe Zielsetzung der jetzigen Eigentümerschaft                                                            

5. Erweiterte mögliche Zielsetzungen                                                                                   

6. Bisherige und laufende Aktivitäten                                                                                             

7. Meine persönlichen Interessen                                                                                        

 

B. Bau- und Nutzungskonzept

 

8. Baukonzept

9. Voraussetzungen eines Nutzungskonzepts

10. Aktuelle Lagebeurteilung

11. Vorschlag für ein erstes Nutzungskonzept

12. Bauliche Massnahmen

13. Kosten

14. Finanzierung

15. Antrag auf Förderung

 

C. Von der Vision zur Realität

 

16. Schlussbemerkungen

 

 

 

 

 

A. Visionen und Utopien für einen Bahnhof und eine historische Stadt

 

„Utopien sind Wunschbilder, die der Gegenwart weit enteilen, das Mögliche im Wirklichen erkunden und Blaupausen einer anderen und besseren Zukunft liefern. In ihnen verrät die Gesellschaft nicht nur wie sie ist, in ihnen befindet sie auch darüber, wie sie sein soll. Indem sie sich den restriktiven Bedingungen der Realität entziehen, einen radikalen Bruch mit Gegenwart und Vergangenheit vollziehen und eine ideale Gegenwelt zu ihnen aufbauen, setzen Utopien alte Denk-, Handlungs- und Sehgewohnheiten außer Kraft und unbekannte Wahrnehmungs-, Hör- und Sichtweisen ins Werk. Meist kommen sie zum Zug, wenn Denken und Sein, Möglichkeiten und Wirklichkeit sich im krassen Missverhältnis befinden und das „historisch-gesellschaftliche Sein“ gesprengt und verändert werden muss.“[1]

 


 

 

1. Vorbemerkungen

 

1.1. Das im Folgenden vorgelegte Konzept ist im Anschluss an den Konzeptansatz vom 15. September 2014 erarbeitet worden, um schnellstmöglich den Bahnhof Leisnig zu reaktivieren und revitalisieren.

 

1.2. Es wird unterteilt einerseits in ein Baukonzept und andererseits in ein Nutzungskonzept. Vorerst wird ein öffentlichkeitstaugliches und förderfähiges Nutzungskonzept erarbeitet, dem anschliessend die baulichen Massnahmen subsumiert werden, die notwendig sind, um die geplante Nutzung umzusetzen. Besonders zu berücksichtigen ist dabei, dass es sich beim Bahnhof Leisnig um ein geschütztes Kulturdenkmal handelt, das zumindest in seiner äusseren Form nicht verändert werden darf und im Inneren mit höchstem Respekt vor dem bedeutenden Kulturgut behandelt werden muss.

 

1.3. Die Anforderungen und Auflagen der Oberen und Unteren Denkmalpflegebehörden haben höchste Priorität; diese Prämissen decken sich im Übrigen vollkommen mit der Auffassung von Kulturgüterschutz des Konzeptverfassers und der Eigentümerschaft.

 

1.4. Voraussetzung sowohl für ein Baukonzept als auch für ein Nutzungskonzept ist ein gesicherter und gesunder Baukörper. Daran wird bereits gearbeitet; diesbezüglich ist durch das Bauplanungsbüro Schröder, Herrn Maik Schröder, Döbeln, am 30.9.2014 bereits ein Antrag auf Zuwendung zur Erhaltung und Pflege eines Kulturdenkmals beim Referat Denkmalschutz gestellt worden, beinhaltend die Dachsicherung. Die dafür notwendigen Eigenmittel sind dabei von der Eigentümerschaft abgesichert.

 

1.5. Weitere Arbeiten an der Aussenhülle sind bereits ausgeführt und von der Eigentümerschaft bezahlt worden; diese Arbeiten werden laufend fortgesetzt entsprechend den finanziellen Möglichkeiten bzw. der Liquidität der Eigentümerschaft. Primäres Ziel ist, das Bauwerk gesund zu machen; ein ästhetisch hervorragendes äusseres Erscheinungsbild - in Einklang und Absprache mit der Denkmalpflege - soll nach der Inbetriebnahme gemäss Nutzungskonzept aus einem erfolgreichen Geschäftsverlauf finanziert werden.

 

1.6. Angestrebt wird eine finanziell jederzeit vollständige Abdeckung sämtlicher ausgeführten Arbeiten inkl. Materialien sowie - wenn irgend möglich - keine Fremdverschuldung.

 

1.7. Im Folgenden wird ein Nutzungskonzept vorgestellt, das für die Eigentümerschaft denkbar und realisierbar scheint. Es ist interaktiv, fragmentarisch aufgebaut in der Absicht, dass die Öffentlichkeit, insbesondere Gewerbe, Handel, Industrie in und um die Stadt Leisnig sowie die politischen Parteien und die Vereine  auf die Gestaltung und Nutzung des Leisniger Bahnhofs Einfluss nehmen können und sollen.

 

 

2. Ausgangslage

 

2.1. Nach sehr langem Leerstand und verschiedenen Besitzerwechseln ist der Bahnhof Leisnig am 07.12.2013 anlässlich der Deutschen Grundstücksauktionen in Berlin von der Com Media Vision AG und dem International Burnout Fund beide mit Sitz in CH-9016  St. Gallen beide vertreten durch Erwin Feurer, Am Schloss 3, D-02627 Radibor, gekauft worden.

 

2.2. Die Eigentümerschaft steht zwar gesund da, ist jedoch allein nicht in der Lage, die Restauration des Leisniger Bahnhofs materiell in jeder Hinsicht umfassend und vollkommen zu gewährleisten. Beide Firmen haben jedoch die Absicht, die als sehr hoffnungsvoll eingeschätzte Lage sowohl des Bahnhofs als auch der historischen Stadt Leisnig für ihre Positionierung zu nutzen und einzusetzen.

 

 

3. Denkmalpflegerische Bedeutung[2]

 

3.1. Bahnhof Leisnig (Kulturdenkmal)

 

3.2. Strecke Borsdorf – Coswig (Teilabschnitt Borsdorf – Leisnig August 1865 bis Oktober 1867 erbaut)

 

3.3. Empfangsgebäude des Bahnhofs wurde am 27. Okt. 1867 mit dem Streckenabschnitt Grimma – Leisnig eröffnet, besteht aus Ensemble von Dienst- und Betriebsgebäuden

 

3.4. Gebäudeensemble weist Ähnlichkeit mit Oberem Bahnhof Grimma auf: deshalb stammt der Entwurf des Bahnhofsgebäudes vermutlich von Eduard Heuchler (1801 – 1879) aus Freiberg (Heuchler entwarf nachweislich den Bahnhof Grimma und den Freiberger Bahnhof)

 

3.5. Fünfteiliger Baukörper: eingeschossige Halle und Zwischenflügel, zweigeschossige Kopfbauten

 

3.6. Repräsentatives Gebäude in den Formen des romantischen Historismus mit Anklängen an die romanische Sakralarchitektur Italiens und Elementen der Renaissance: noble Lisenengliederung mit Rundbogenfriesen und fialartigen Eckpfeilern

 

3.7. Eingangshalle mit drei Rundbogenportalen, Giebelfeld mit Rundfenster und Glockentürmchen; wertvolle hölzerne Kassettendecke noch vorhanden

 

3.8. Stadtseitiger Kopfbau mit Erker und darüber befindlicher Terrasse

 

3.9. Durchgehende mittige Eingangshalle, sich anschließende Wartesälen mit Bahnhofswirtschaft bzw. Fahrkartenschaltern, Gepäckabfertigung etc. in den Zwischenflügeln, in den zweigeschossigen Kopfbauten im EG Diensträume und Bahnhofsrestaurant, im OG Dienstwohnungen

 

3.10. Weitere interessante Gebäude( Denkmale):

 

3.10.1. Alte Wasserstation – dreiteiliger Aufbau: Wasserhaus mit Hochbehälter und darunter liegender Vorwärmanlage , eingeschossige Anbauten als Pumpenhaus, Schirrkammer und Kohlenschuppen genutzt

 

3.10.2. Eingleisiger Lokschuppen aus Holz für 2 Maschinen mit Tandemaufstellung, Lüftungsaufsätze mit Rauchabzügen

 

 

4. Grobe Zielsetzung der jetzigen Eigentümerschaft[3]

 

4.1. Grundgedanke Belebung des ländlichen und städtischen Raums.

 

4.2. Bahnhof als Motor, Transmitter, Katalysator für eine Positionierung einer attraktiven historischen Stadt und diverser Nebenprojekte.

 

4.3. Bildung eines überparteilichen, religiös/konfessionell unabhängigen, modern ausgerichteten Netzwerks, um dem Bahnhof Leisnig eine Funktion im Stadtleben zu verschaffen, ihn durch geeignete Angebote kommerziell und kulturell tragfähig zu machen und der Stadt Leisnig einen bedeutenden Anstoss zu einer erfolgreichen Zukunft zu geben.

 

4.4. Bahnhof als Zugpferd für eine selbstbewusste innere und äussere Entwicklung und Veränderung eines stagnierenden, leicht rückwärtsgerichteten Trends einer wertvollen historischen Stadt.

 

4.5. Positionierung als historische, touristisch attraktive historische Stadt mit Entwicklungspotenzial.

 

4.6. Coaching/Management erforderlich.

 

4.7. Visionen und Utopien ermitteln, Vorbilder Pirna, Görlitz, Bautzen, die den Turnaround mittels einer konsequenten, die unbestrittenen Vorzüge hervorhebenden Positionierung geschafft haben.

 

4.8. Dringender Bedarf einer Zündung durch ein breit abgestütztes mit hoher öffentlicher Akzeptanz versehenes und von verschiedensten Grupperungen getragenes gemeinsames Bahnhofsprojekt.

 

4.9. Nutzung und Erhalt des Bahnhofs als Gemeinschaftsaufgabe.

 

4.10. Öffentliche Institution im Bahnhof als Teilnutzung.

 

 

5. Erweiterte mögliche Zielsetzungen

 

5.1. Belebung des städtischen und ländlichen Raums in der Absicht die Abwanderung in den Westen aufzuhalten bzw. die Zuwanderung in den Osten zu fördern.

 

5.2. Schaffung von Arbeitsplätzen an,  im und um das Kulturgut Bahnhof Leisnig.

 

5.3. Sensibilisierung sämtlicher Gesellschaftskreise für eine materielle und ideelle Unterstützung eines Gesamtprojekts u.a. zu Gunsten der „Ausgegrenzten, Vergessenen und Überflüssigen“ der Gesellschaft durch Bildung von Arbeitsplätzen für Behinderte, Benachteiligte, Gestrauchelte.

 

5.4. Schaffung eines Helpcenters im Objekt mit der Möglichkeit auch vorübergehende Übernachtungen und Erholungsaufenthalte anzubieten.

 

5.5. „Auffangbecken“ für Hilfsbedürftige.

 

5.6. Erreichen eines erhöhten Interesses der Öffentlichkeit und insbesondere der Medien durch die aussergewöhnliche Konstellation und die Initiierung eines enorm spannenden, zukunftsorientierten Projekts.

 

5.7. Am  Objekt selbst Durchführung von konkreten Sicherungsarbeiten, Verhinderung des weiteren Zerfalls, Ausführen denkmalpflegegerechter Sanierungsarbeiten.

 

5.8. Weitestgehende Öffnung des Leisniger Bahnhofs für die Öffentlichkeit durch sofort einsetzende Veranstaltungen wie „Kunst am Bau“, Ausstellungen, laufende Informationen, Referate durch Fachleute, Musikanlässe, Literaturvorstellungen, Lesungen, Aktionen, Festlichkeiten etc.

 

5.9. Schaffung eines zeitlich und räumlich weitmöglichsten Zugangs der Öffentlichkeit zu einer der „schönsten Baustellen der Welt“.

 

5.10. Finanzierung der sofort geschaffenen Arbeitsplätze durch Erhebung von Eintrittsgeldern, Sponsorenaktivierung und Verkauf geeigneter Güter wie Souvenirs, Bücher, Kunst und Kunsthandwerk sowie durch Artikel hergestellt in Eigen- und Fremdproduktion.

 

5.11. Inbetriebnahme einer zweckmässigen Gastronomie, die sich selbst finanzieren kann durch ein vernünftiges Getränke- und Essensangebot mit ausgewogenem Preis-/Leistungsverhältnis.

 

5.12. Insgesamt eine Vertrauensfrage an ein breites Publikum und an die Öffentlichkeit, ob die Bereitschaft vorhanden ist, ein Angebot anzunehmen und auch (mit-) zu tragen.

 

 

6. Bisherige und laufende Aktivitäten

 

6.1. Es sind sehr viele und zielgerichtete Gespräche mit Vertretern der Behörden, Stadtverwaltung, Denkmalpflege sowie interessierten Kreisen geführt worden, aus denen die Sorge um aber auch der unbedingte Wille zum Erhalt des Bahnhofs Leisnig klar hervorging.

 

6.2. Im Sinne einer proaktiven Öffentlichkeitsarbeit und einer hohen Transparenz sind die Medien von Beginn weg sehr nahe herangezogen worden. Die Eigentümerschaft beabsichtigt - in Abstimmung mit den involvierten Kreisen - diese Arbeit noch zu intensivieren und auszuweiten, um den Namen (Bahnhof) Leisnig zu einem Markenzeichen in Sachsen zu positionieren.

 

6.3. Weitere bereits geschehene Aktivitäten: Verarbeitung der Feedbacks, Netzwerkbildung, Ordnung schaffen, Herausgabe zweier Publikationen „Messages from Leisnig“, Anfänge einer Positionierung, Studium der Grundlagen und Möglichkeiten, Grobe Säuberung des Bahnhofs, diverse Fensterreparaturen, Öffnung dieser Fenster als sichtbares Zeichen der Inbesitznahme.

 

6.4. Für den Bahnhof Leisnig ist bereits ein Blog www.bahnhofleisnig.blogspot.com sowie eine Facebook-Seite https://www.facebook.com/#!/bahnhofleisnig eingerichtet worden.

 

 

7. Meine persönlichen Interessen  

 

7.1. International Burnout Fund


Der International Burnout Fund ist von Erwin Feurer am 1. Mai 2009 gegründet worden mit dem Ziel, die grösste Selbsthilfeorganisation in Europa mit 100‘000 Sympathisanten, Gönnern und Mitgliedern zu werden. Der IBF engagiert sich für die „Ausgegrenzten, Vergessenen und Überflüssigen“, ist gleichzeitig auch ein Geschäftsmodell.

 

7.2. „Benzin aus Sand“


 

7.3. Buch der Synergie


 

7.4. Com Media Vision AG Kunstbuchverlag mit über 50 Publikationen


Seit 2009 ist Erwin Feurer als Autor, Verleger und Herausgeber von bis anhin rund 50 Publikationen tätig. Dem Kunstbuchverlag ist mit der Herausgabe von Büchern zu Gunsten der „Ausgegrenzten, Vergessenen und Überflüssigen“ eine breite Basis gegeben worden.  

 

7.5. „Weltrevolutionen/Paradigmenwechsel“


 

7.6. Kunst und Kultur


 

7.7. Vermittlung Ost-West und umgekehrt


 

7.8. Der International Burnout Fund 7.1. und die Com Media Vision AG 7.4. sind Eigentümer des Bahnhofs Leisnig und wollen an diesem Standort tätig werden. Eine zweckmässige Verwaltung wird demnächst im Bahnhof eingerichtet.

 

 

B. Bau- und Nutzungskonzept

 

8. Baukonzept

 

8.1. Der Bahnhof Leisnig muss nicht neu erfunden werden. Der 1876 eröffnete neugotische Bau ist als Kulturdenkmal „sakrosankt“. Die Sicherung und Gesundung der Bausubstanz ist bereits in die Wege geleitet. Dennoch werden der Nutzung entsprechend Anpassungen erfolgen, die in Absprache mit der Denkmalpflege vom Bauplanungsbüro Schröder, Herrn Maik Schröder, Döbeln, nach den von der Eigentümerschaft unten formulierten Planungsgrundlagen erarbeitet werden.

 

8.2. Planungsgrundlagen

 

Die Bereitstellung und Anwendung einer höchstmöglichen Vielfalt von Planungsgrundlagen unter Beizug der massgebenden Experten wird so zeitnah wie möglich in folgenden Bereichen angestrebt:

 

  • Gesetzliche Grundlagen, Bauvorschriften, Normen, Richtlinien und Vorschriften der Denkmalpflege
  • Bauhistorie, sämtliche bisher verfügbaren Dokumente und Unterlagen
  • Alte Pläne, Fotografien, Zeichnungen, Beschreibungen etc.
  • Studium, Einschätzung, Auswertung der Bedeutung des Bahnhofs für das engere und weitere Umfeld, Berücksichtigung der Kultur der Gegend
  • Grundlagenuntersuchungen, Analysen und Prognosen zu Themen, die für den Bahnhof Leisnig von Bedeutung sind
  • Einschätzungen der orts- und gegendspezifischen Infrastruktur
  • Bauaufnahme, Vermessung, Volumenberechnung, statische Untersuchungen, Baugrunduntersuchungen, Mauerwerkanalysen
  • Ermittlung der denkmalpflegerischen Gebundenheiten bzw. Freiheiten
  • Analyse der Nutzungsmöglichkeiten, Abstimmung der bisherigen Nutzungen mit zukünftigen Anforderungen
  • Ermittlung der privaten und öffentlichen finanziellen Mittel, die bereit gestellt werden können/müssen
  • Kostenvoranschläge, Devisierungen, Offerteneinholungen
  • Wirtschaftlichkeits- und Renditeberechnungen
  • Erstellung genauer und zuverlässiger Pläne, ev. Modelle
  • Festlegung eines Farbkonzepts, der charakteristischen Proportionen und Formenlinien
  • Würdigung und Akzeptanz des Potentials des Gesamtensembles in seiner Denkmalaussage

 

Die obige Auflistung ist weder vollständig, noch ist sie das Mass aller notwendigen Planungsunterlagen, d.h. sie kann auch gekürzt werden. Die einzelnen Punkte überschneiden sich, ergänzen sich und spielen wechselseitig zusammen.

 

Wichtig ist uns, dass mit grossem Respekt und mit einem hohen Mass an Ehrfurcht mit jedem einzelnen Bauteil einerseits und mit dem Gesamtwerk eingebettet in eine geschützte Kulturlandschaft  andererseits bei sämtlichen Planungs- und vor allem dann auch Arbeitsschritten vorgegangen wird. Das Bewusstwerden und Bewusstsein dieser Einstellung ist Voraussetzung für jeden Baubeteiligten, sei es Planer, Experte oder irgendeine Arbeit in und um den Bau Ausführenden. Die tatsächliche Gefahr oder ein Handicap besteht nicht in einer Über- oder Unterplanung, sondern im konkret sorglosen Umgang in arbeitsmässiger und handwerklicher Hinsicht mit dem Bauwerk. Wenn es gelingt, dieses Bewusstsein auf allen Stufen zu sensibilisieren, ist ein wesentliches Ziel erreicht.

 

Im Folgenden werden die nach heutigem Erkenntnisstand bereits vorhandenen Planungsgrundlagen in der Art dargestellt, wie sie momentan vorliegen, d.h. sie werden laufend verbessert und ergänzt.

 

 

9. Voraussetzungen eines Nutzungskonzepts

 

9.1. Grundvoraussetzungen: Ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, hohe Sozialkompetenz und ein modernes Bild von Gleichberechtigung der Geschlechter, Rassen, Religionen und Kulturen sind die Grundlage der Zusammenarbeit und Nutzung des Leisniger Bahnhofs. Eine Meinungs-, Herkunfts- und Bildungsvielfalt ist nicht nur toleriert, sondern erwünscht. Es wird dabei vorausgesetzt, dass Nutzer religiöse und politische Toleranz pflegen, nach ethischen und moralischen Grundsätzen handeln und in ihrem Wirken Nachhaltigkeit anstreben.

 

9.2. Gesamtkriterien: Es werden Nutzungen gesucht in den Bereichen Soziales und Wirtschaft, Kunst und Kultur sowie Wissen und Kreativität. Im Sinne einer offenen Gesellschaft streben wir eine kulturelle Vielfalt an. Im Bahnhof und der dazugehörenden Umgebung soll gearbeitet, gewohnt und gelebt werden.

 

9.3. Grundkriterien: Wünschbar sind stabile, dauerhafte und berechenbare Nutzungen, die finanziell gesichert sind. Die Verträglichkeit mit der historischen Würde des Bahnhofs und seiner Umgebung, mit den denkmalpflegerischen Aspekten sowie mit den übrigen Nutzungen muss abgewogen und geprüft werden. Die infrastrukturelle Belastung muss tragbar sein. Angestrebt wird eine hohe Qualität von Produkten und Dienstleistungen.

 

9.4. Zusatzkriterien: Schaffung von Arbeitsplätzen, Synergien mit anderen Nutzern, interdisziplinäre Vernetzung, ein wirtschaftlich/kultureller Austausch mit der Region, grenzüberschreitende Ausstrahlung sowie insgesamt Wertschöpfung und Steuerkraft sind erwünscht und werden angestrebt.

 

9.5. Mögliche Nutzungen

 

9.5.1. Wohnraum

 

9.5.1.1. Eigentumswohnungen

9.5.1.2. Mietwohnungen

9.5.1.3. Altersresidenzen

9.5.1.4. Begleitetes Wohnen

 

9.5.2. Geschäftsraum

 

9.5.2.1. Büros/Geschäftsdomizile

 

9.5.2.2. Werkstätten

 

9.5.2.2.1. Kleine Produktionsbetriebe

9.5.2.2.2. Handwerk

9.5.2.2.3. Künstlerateliers

 

9.5.2.2.4. Kulturelle Veranstaltungen

 

9.5.2.2.4.1. Kunstausstellungen

9.5.2.2.4.2. Konzerte

9.5.2.2.4.3. Theateraufführungen

 

9.5.2.2.5. Workshops

 

9.5.2.3. Therapiezentrum

 

9.5.2.4. Kulturzentrum

 

9.5.2.5. Gastronomie

 

9.5.2.5.1. Gästehaus

9.5.2.5.2. Restaurant

9.5.2.5.3. Tagescafé

 

9.6. Interessen- und Absichtserklärungen

 

Unter diesem Punkt werden von allen in irgendeiner Form am Bahnhof Leisnig interessierten oder beteiligten Privaten, Firmen sowie von Vertretern der Öffentlichkeit, Behörden, Denkmalpflege etc. Stellungnahmen, Interessens- und Absichtserklärungen interaktiv eingebracht und dargestellt.

 

9.7. Denkmalpflegerische Grundsätze

 

9.7.1. Instandhaltung

9.7.2. Instandsetzung

9.7.3. Sanierung

9.7.4. Konservierung

9.7.5. Renovierung

9.7.6. Restaurierung

9.7.7. Befunduntersuchung

 

9.8. Gesetzliche Grundlage

Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen (Sächsisches Denkmalschutzgesetz – SächsDSchG) SächsGVBl. Jg. 1993 Bl.-Nr. 14 S. 229 Fsn-Nr.: 46-1
Fassung gültig ab: 01.05.2014

 

§ 8

(1) Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen haben diese pfleglich zu behandeln, im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht zu erhalten und vor Gefährdung zu schützen.

(2) Der Freistaat Sachsen trägt hierzu durch Zuschüsse nach Maßgabe der dafür zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bei. Bewilligungsbehörden sind die unteren Denkmalschutzbehörden. Für Zuwendungen an Kreisfreie Städte, Landkreise und Gemeinden, die nach § 3 Abs. 2 zur unteren Denkmalschutzbehörde erklärt wurden, ist die Landesdirektion Sachsen Bewilligungsbehörde. Die zur Erfüllung der Aufgabe „Bewilligung von Zuwendungen zur Erhaltung und Pflege von Kulturdenkmalen“ notwendigen Haushaltsmittel des Landesprogrammes Denkmalpflege, die im Staatshaushalt veranschlagt sind, werden den unteren Denkmalschutzbehörden zur Bewirtschaftung zugewiesen. Davon ausgenommen sind Mittel, die sich auf Objekte beziehen, die sich im Eigentum der unteren Denkmalschutzbehörden befinden. Das Staatsministerium des Innern kann Zweck, Gegenstand, Voraussetzungen und Verfahren, Empfängerkreis sowie Art, Umfang und Höhe der Zuwendung durch Rechtsverordnung regeln.

 

§ 9

(1) Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen haben diese pfleglich zu behandeln, im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht zu erhalten und vor Gefährdung zu schützen.

(2) Der Freistaat Sachsen trägt hierzu durch Zuschüsse nach Maßgabe der dafür zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bei. Bewilligungsbehörden sind die unteren Denkmalschutzbehörden. Für Zuwendungen an Kreisfreie Städte, Landkreise und Gemeinden, die nach § 3 Abs. 2 zur unteren Denkmalschutzbehörde erklärt wurden, ist die Landesdirektion Sachsen Bewilligungsbehörde. Die zur Erfüllung der Aufgabe „Bewilligung von Zuwendungen zur Erhaltung und Pflege von Kulturdenkmalen“ notwendigen Haushaltsmittel des Landesprogrammes Denkmalpflege, die im Staatshaushalt veranschlagt sind, werden den unteren Denkmalschutzbehörden zur Bewirtschaftung zugewiesen. Davon ausgenommen sind Mittel, die sich auf Objekte beziehen, die sich im Eigentum der unteren Denkmalschutzbehörden befinden. Das Staatsministerium des Innern kann Zweck, Gegenstand, Voraussetzungen und Verfahren, Empfängerkreis sowie Art, Umfang und Höhe der Zuwendung durch Rechtsverordnung regeln.

 

 

10. Aktuelle Lagebeurteilung

 

10.1. Tag des Offenen Denkmals vom 14.9.2014: Von ca. 12 h bis 18 h war die Stadt Leisnig an diesem bedeutenden Tag mehr oder weniger „leergefegt“. Die Burg Mildenstein hatte kaum mehr Besucher als an einem gewöhnlichen Sonntag, das Stiefelmuseum gähnte vor Leere, Stadtcafé praktisch einzige offene Gaststätte mässiger Zulauf, sämtliche Läden geschlossen, keinerlei Angebote für Besucher oder Touristen etc.

Kloster Klosterbuch trotz schlechten Wetters gut besucht, Bahnhof Klosterbuch gemäss Aussage von Herrn Andreas Riethig zufriedenstellend.

 

10.2. Grundsätzlich sollte festgestellt werden, ob dieser Zustand erwünscht ist und dem Willen der Bevölkerung entspricht. Im Sinne einer prosperierenden, historischen Stadt sollte hier m.E. jedoch Gegensteuer gegeben werden.

 

10.3. Die Burg Mildenstein ist unbestritten eines der hervorragenden und bedeutendsten Denkmalpflegeobjekte und Kulturgüter Sachsens. Sie ist nebst der intakten historischen Altstadt das Kapital der Stadt Leisnig, welches m.E. bedeutend besser genutzt werden kann.

 

10.4. Unbestritten scheint mir die Parkplatzproblematik für einen Grossandrang zur Burg; beim jetzigen „Besucherandrang“ ist dies jedoch kaum spürbar.

 

10.5. Der Bahnhof Leisnig ist eine wichtige Eingangspforte zur Stadt, zumindest was den öffentlichen Verkehr anbetrifft. Der Busterminal ist zukunftsträchtig visionär erstellt und leistungsfähig gebaut worden. Parkplatzmöglichkeiten sind rund um den Bahnhof Leisnig vorhanden und mit wenig Aufwand erweiterbar. Der Bahnhof Leisnig bietet sich als Shuttle-Station an für den Transport der Besucher zu:

 

10.5.1. Altstadt Leisnig, die mit einem funktionierenden Angebot der vorhandenen Läden und Geschäfte mit jeder vergleichbaren Stadt mehr als konkurrenzfähig ist,

 

10.5.2. Burg Mildenstein, die äusserlich und innerlich im europäischen Vergleich standhalten kann,

 

10.5.3. Kloster Klosterbuch, welches denkmalpflegerisch hervorragend und vorbildlich dasteht und seinen Test als Besuchermagnet schon oft bewiesen hat sowie

 

10.5.4. Weiteren möglichen Destinationen in der näheren Umgebung.

 

10.6. Bei nur annähernder Umsetzung dieses Positionierungsvorschlags wird klar, dass der Bahnhof Leisnig dringendst saniert und denkmalpflegegerecht wiederhergestellt werden muss, um die Trendwende der historischen Stadt Leisnig zu befördern.

 

10.7. Ein konkretes Ausbauprojekt des Bahnhofs Leisnig sollte daher absolute Priorität haben und zeitnah umgesetzt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass im Bahnhof 2 - 6 Wohnungen, 2 -  4 projektgerechte Geschäfte sowie 1- 2 permanente Ausstellungen, u.a. der Kulturschätze der Stadt Leisnig, und eine Gastronomie  Platz haben und eingerichtet werden können. Ein konkretes Bauprojekt ist innert kürzester Zeit erstellbar, wenn der öffentliche Wille zur Umsetzung einer Neupositionierung der Stadt Leisnig geweckt und vorhanden ist.

 

 

11. Vorschlag für ein erstes Nutzungskonzept

 

11.1. Aus den in 9.5. in Erwägung gezogenen Möglichkeiten einer Nutzung des Leisniger Bahnhofs werden in einer ersten Phase realisiert:

 

11.1.1. Öffnung der Wartehalle im Mittelteil des Bahnhofs mit einer Informationsstelle

11.1.2. Ausstellungsräumlichkeiten in der Schalterhalle entweder von privater Seite als Galerie oder Kunsthaus oder von der Stadt Leisnig mit den „schlummernden“ Kunstschätzen ausgestattet und als Mieterin geführt.

11.1.3. Wiederinbetriebnahme der Gaststätte im Westflügel mit PächterIn.

11.1.4. Wiederherstellung von 2 Wohnungen im Westflügel und Vermietung an Interessenten.

11.1.5. Einrichtung einer Büroeinheit im Parterre Westteil zwischen Wartehalle und Gaststätte und Vermietung an den International Burnout Fund, den Kunstbuchverlag Com Media Vision AG sowie an weitere mögliche Interessenten.

 

 

12.  Bauliche Massnahmen

 

12.1. Sofortige Erschliessung mit Wasser/Abwasser, Elektrisch, Telekommunikation.

12.2. Erstellung eines Rohbaus mit sauberen Böden, Wänden und Decken.

12.3. Wiederherstellung und Inbetriebnahme der Toiletten.

12.4. Renovation der Treppenhäuser

12.5. Einbau von zwei Wohnungen mit mittlerem Ausbaustandard

12.6. Einbau einer Heizung

12.7. Elektroarbeiten

12.8. Sanitärarbeiten

 

 

13. Kosten

 

13.1. Die Baukosten dieser ersten Etappe sind grob geschätzt auf EUR 320‘000.

13.2. Ein detaillierter Kostenvoranschlag wird durch das Bauplanungsbüro Schröder, Herrn Maik Schröder, Döbeln, demnächst erarbeitet.

13.3. Die Eigentümerschaft wird Teile der Arbeiten an örtliche Firmen vergeben, Teile aber auch selbst ausführen.

 

 

14. Finanzierung

 

14.1. Die Förderungsmöglichkeiten der Denkmalpflege, der ILE/LEADER sowie Gönner- und Sponsorenbeiträge sind zumindest zu prüfen und in Betracht zu ziehen..

 

14.2. Am 28.8.2014 hat ein Gespräch mit den Herren BM Goth und Heckel in Leisnig stattgefunden. Es ist dabei vereinbart worden, dass der Eigentümer des Bahnhofs ein Konzept ausarbeitet, das anschliessend an die interessierten Kreise, wie Vereine etc., zur „Vernehmlassung“ gegeben wird. Das nun vorliegende Grobkonzept ist zwar noch vage, sollte jedoch - ergänzt und verbessert - als Diskussionsgrundlage die Runde machen. Anschliessend ist ein konkretes Konzept und Projekt erarbeitbar.

 

14.3. Da der Bahnhof - von wem auch immer - saniert werden muss, wird angeregt, sofort zur Sicherung der Finanzierung  ein Spenden- und Gönnerkonto einzurichten.

 

14.4. Wenn der Bahnhof baulich gesichert ist und eine Erschliessung mit Wasser/Abwasser, Elektrisch, Telekommunikation, Heizung stattgefunden hat, sollte es möglich sein, die weiteren Kosten aus dem Betrieb heraus und mittels Kreditfinanzierung zu beschaffen.

 

 

15. Antrag auf Förderung

 

15.1. Das Bauplanungsbüro Schröder, Herrn Maik Schröder, Döbeln, wird beauftragt, einen Antrag auf Förderung ILE/Leader auszuarbeiten und baldmöglichst zu stellen.

 

 

C. Von der Vision zur Realität

 

16. Schlussbemerkungen

 

16.1. Der Konzeptverfasser als Vertreter der Eigentümerschaft des Bahnhofs Leisnig ist überzeugt, dass die Stadt Leisnig auf Grund seiner Lage, seiner intakten historischen Altstadt und insbesondere mit der Burg Mildenstein ein hohes, noch nicht ausgeschöpftes Potenzial besitzt, zu einem Zugpferd für eine positive Trendwende in Mittelsachsen zu werden.

 

16.2. Die Positionierung des Bahnhofs und der historischen Stadt Leisnig als touristische Attraktion in Mittelsachsen ist eine zweifelsfreie Option und ein Geschäftsmodell, an dem alle Teile der Bevölkerung profitieren können und werden. Es braucht nur umgesetzt zu werden.

 

16.3. Das vorliegende Grobkonzept ist überarbeitungsbedürftig, dessen ist sich der Verfasser bewusst. Es braucht einheimische, mit den örtlichen Gegebenheiten vertraute Menschen, die den Anstoss aufnehmen und weiterbearbeiten. Gewerbe, Wirtschaft und Politik, aber auch der ganz normale Bürger von Leisnig sind gefordert, ihre Meinung zu äussern und wenn möglich am Projekt „Visitenkarte für eine historische Stadt“ mitzuwirken. Im Sinne einer proaktiv antizipierenden und speditiven Handlungsweise wird es demnächst der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

 

 

 

 

D-02627 Radibor, 1. Oktober 2014

 

 

 

 

Erwin Feurer

 

Konzeptverfasser

International Burnout Fund

Com Media Vision AG


 

 

Die Bahnhöfe von Leisnig und Breslau haben grosse Ähnlichkeit. Beide wurden Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil gebaut, was sie ganz besonders hervorhebt. Die Neugotik zählt zu den frühesten stilistischen Unterarten des Historismus, der auf Kunst- und Architekturstile der vorausgegangenen zwei Jahrtausende zurückgriff. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde im Historismus der frühe Tudorstil wieder aufgegriffen und fand später in den ehemaligen britischen Kolonien und auf dem europäischen Festland Verbreitung. Hotels und Bahnhöfe, aber auch private Wohngebäude wurden in diesem Neu-Tudorstil errichtet. Beispiele hierfür sind die Bahnhöfe von Leisnig und Wrocław Główny in Breslau.

 

Im Mittelpunkt der Verbreitung der Neugotik stand ein umfassendes Bau- und Einrichtungsprogramm, das bis in die Literatur und den Lebensstil Einzug hielt. Die Formensprache der Neugotik orientierte sich an einem idealisierten Mittelalterbild. Ihre Blüte hatte sie in der Zeit von 1830 bis 1900. Unter der Auffassung, an Freiheit und Geisteskultur mittelalterlicher Städte anzuknüpfen, errichtete man in neugotischem Stil vor allem Kirchen, Parlamente, Rathäuser und Universitäten, aber auch andere öffentliche Bauten wie Postämter, Schulen oder Bahnhöfe.

 

 

2016 wird Breslau Kulturhauptstadt Europas.

 

Wo werden dann der Bahnhof und die historische Stadt Leisnig stehen?



[1] Rudolf Maresch, Zeit für Utopien, in Maresch / Rötzer 2004
[2] Schreiben der Unteren Denkmalschutzbehörde Döbeln vom 16.12.2013
[3] Notizen für das Gespräch mit Herrn BM Tobias Goth vom 25.4.2014

Dienstag, 14. Oktober 2014

Döbelner Allgemeine Zeitung vom 14. Oktober 2014......

Aktuell


Visionen wie ein Schweizer Käse

Thomas Lieb


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    Foto: Wolfgang Sens
Leisnig. Erwin Feurer will nichts anderes, als eine Weltrevolution starten. Das Hauptquartier für den "Umbau der Welt" - ein neugotisches Baudenkmal, dessen Verfall vor Jahrzehnten eingesetzt hat. Vom Leisniger Bahnhof aus will der Schweizer jetzt schaffen, was ihm bislang nie gelungen ist. Eine Vision umsetzen. Davon hat der 63-Jährige einen ganzen Kopf voll. Einige davon hat er aufgegriffen. Ist immer wieder gescheitert. Jetzt soll am Fuße der Burg Mildenstein das entstehen, was Feurer "die größte Selbsthilfeorganisation aller Zeiten" nennt.

Gönner gesucht

Eine Foundation, die sich der "Ausgegrenzten, Vergessenen und Überflüssigen" annimmt. 2009 wurde der International Burnout Fund (IBF) von Feurer gegründet. Zum Zweck, Burnout-Betroffenen in ganz Europa zu helfen. Aus dem Teufelskreis von Depression und Arbeitslosigkeit zu entkommen. Eine Organisation, die einen kre­ativen Anarchismus pflegen soll. Ausschließlich mit dem Geld Dritter: Gönnern, Mitgliedern, Förderstellen. Bislang blieb die Vision, die in ihrem Kern aus einer "Welt der sozialen Ungerechtigkeit" entsteht, so löchrig wie ein Schweizer Käse. 100 000 Gönner und Mitglieder soll die Organisation einmal haben. Fürs Erste. Stand heute: Null.

Den Leisniger Bahnhof hat Erwin Feurer schon gekauft - für einen eher symbolischen Betrag. Viel mehr Geld dürfte Feurer in Leisnig nicht investieren. Er hat schlicht keins mehr. Mehrere seiner Unternehmen führt er in den Konkurs. Das Genick bricht ihm letztlich seine Rolle im zweitgrößten Wirtschaftsskandal in der Schweiz nach dem Zusammenbruch von SwissAir. Die Rolle des Gläubigers im Firmenimperium der Milliardärsfamilie um Hugo Erb. Für die hat der damalige Bauunternehmer mit seiner Firma, die Projekt Vision AG, Häuser verwaltet, später auch den Familiensitz der Erbs, Schloss Eugensberg. In einem Prozess zu einem "krassen Fall von Wirtschaftskriminalität", wie die Anklage einschätzt, hat sich Erwin Feurer auf die Seite der Erbs geschlagen. Und einer Reihe von Liquidatoren, die den Erb-Konzern abwickelten, einen Komplott unterstellt. Der Schlag geht nach hinten los. Rolf Erb wird wegen gefälschter Bilanzen und Täuschung der Gläubiger in zweiter Instanz zu acht Jahren Haft verurteilt. Erwin Feurer hat eine Klage wegen Rufschädigung am Hals. Er wird zu einer Entschädigung über 24,4 Millionen Schweizer Franken verurteilt. Seine Projekt Vision AG, die den Prozess anstrengt - pleite.

Die Rettung der Welt ist mit Geld nicht zu bezahlen. Weswegen sich der einstige Schweizer Bauunternehmer fortan genau darauf konzentriert. Zunächst mit der Bewahrung von Kulturdenkmälern vor dem Verfall. Auch das geht schief. Er baut den Bahnhof Rheineck in der Ostschweiz zu einem Kulturzentrum um. Der "Kultur-Palast" - Feurer denkt immer groß. Er verspekuliert sich. Nach fünf Jahren ist Schluss, weil die Menschen in der schweizerischen Provinz kein Interesse an exklusiver Kunst haben. Die Besucher bleiben aus. Das Geld ist alle. Im Dezember kaufte der Kulturliebhaber Schloss Radibor bei Bautzen. Im Namen und als Sitz für den International Burnout Fund. Jetzt ist wieder Schluss. Radibor will Feurer verkaufen ("Ich habe versagt."). Aber die baufällige Ruine, die Feurer mit bescheidenen Mitteln wenigstens für die Sommermonate hergerichtet hat, "lässt sich schwer verkaufen. Niemand bindet sich ans Bein, was 30 Jahre lang verkommen ist", sagt er.

"Da draußen" im Osten

Was in Radibor nicht klappte, soll in Leisnig gelingen. Feurer sieht es als persönlichen Neuanfang, bei dem er "eine berufliche und familiäre Vergangenheit - die nicht grundsätzlich negativ, aber nie problemlos verlaufen ist" - hinter sich lassen will. Und ist dabei offenbar im Begriff, alte Fehler wieder zu machen. "Ich bin einer, der seine Visionen und Utopien auch umsetzen möchte. Manchmal spielen einem dabei Körper und Geist einen Streich." Er will endlich Menschen finden, die er begeistern kann. Der Osten sei dafür wie geschaffen. "Der Teil des Landes hat eine hohe Arbeitslosigkeit, viele Probleme", sieht Feurer Argumente, warum die sächsische Provinz genau der richtige Ausgangsort für eine Weltrevolution ist. Redet der Schweizer vom Osten, spricht er von "da draußen". Da draußen, wo es bessere Fördermöglichkeiten gibt als in der Schweiz? Wo man ohne eigenes Kapital noch auf die Unterstützung der öffentlichen Hand hoffen kann? "Da ist schon was dran." Feurers Visionen nähren sich vom Geld anderer. "Ich bringe die Ideen, die es wert sind, umgesetzt zu werden. Das kann ich allein nicht schaffen. Ich gebe den Anstoß dafür. Das Bekenntnis und das Verständnis, etwas zu verändern, müssen von der Öffentlichkeit kommen. Ich bringe andere Währungen bei: Kreativität, Kunst, Vertrauen und Zeit." Ein Mann, der arm ist, wie eine Kirchenmaus, aber die Welt umbauen will. Passt das? "Ein Mann der Geld hat, tut so etwas nicht." Träume sind nichts für Materialisten.

Bei dem Schweizer ist der Name Programm. Wie seine Firmentitel steckt auch er voll von Visionen. Einträge im Schweizer Handelsregister offenbaren weitere Kapitel in einer wenig reibungslosen Laufbahn unter wirtschaftlicher Beteiligung des 63-Jährigen. Firmen Feurers, wie die Commerz Vision AG, die Promo Vision AG, die Anlage Vision AG und die Kunst Vision AG steuern allesamt über die Jahre in die Liquidation. "Es ist nicht immer alles gut gelaufen", sagt Feurer.

Seine Gedanken über die Zukunft des Bahnhofs presste der Kunstbuchverleger (Com Media Vision AG) in ein Konzept, das Anfang November der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Es trägt den Titel: "Bahnhof Leisnig - Visitenkarte für eine historische Stadt". Es liest sich wie die Liebeserklärung an eine Stadt "da draußen", die es in der Hand habe, mit dem Projekt Leisniger Bahnhof "die Trendwende einzuläuten und zu einem kulturhistorischen Zugpferd in Mittelsachsen zu werden".

Förderung und Förderer

Besenrein hat Erwin Feurer den Bahnhof schon gemacht. Er soll Firmensitz seines Kunstbuchverlages (die Werke stammen fast ausschließlich aus der Feder des Geschäftsführers) und der IBF werden. Ein Planer ist beauftragt, Fördermöglichkeiten aus den Regionalen Entwicklungstöpfen der EU zu prüfen. Für einen ersten Teilumbau des Bahnhofs wären 320 000 Euro nötig, rechnet Feurer vor. "Da der Bahnhof - von wem auch immer - saniert werden muss, wird angeregt, sofort ein Spenden- und Gönnerkonto einzurichten", heißt es in dem Papier. Tobias Goth habe er schon überzeugen können. "Der Bürgermeister steht dem Projekt sehr positiv gegenüber", so Feurer. Tobias Goth hat die Einladungen an Politik, Wirtschaft und andere potenzielle Gönner der IBF geschickt. Feurers Konzept sei "noch nicht vollständig. Was es zu so einem Vorhaben auch nie sein wird. Es muss mit den Menschen der Region fortentwickelt werden". Ob es diesmal gelingt? "Keine Ahnung. Vielleicht bin ich zu naiv für Leisnig. Wenn es einen Besseren gibt, als mich, bin ich wieder weg. Kein Problem."

Dienstag, 2. September 2014

Diebstahl in "Kunst und Büro im Ex-Denner Frasnacht".

"Kunst und Büro im Ex-Denner Frasnacht" im TVO ( Tele Ostschweiz):

http://www.tvo-online.ch/?playlist=news

Ab iphone gesendet

Feurer Fine Art
Erwin Feurer
Buch 43
CH-9322 Egnach

0041 79 335 08 12 (Natel)
0041 71 470 05 03 (Tel/Fax)

web: www.kultur-palast.ch
mail: kultur-palast@bluewin.ch

Samstag, 26. Juli 2014

Heute in der Sächsischen Zeitung...

Wer hat Ideen für den Bahnhof?

Der neue Besitzer sucht mit einem Plakat nach Visionen für die Ruine. Einige gibt es schon. Doch sind sie auch umsetzbar?

Von Christian Dittmar

Willkommen in Raum für Visionen und Utopien: Eine glanzvolle Wiederauferstehung des Bahnhofs Leisnig erscheint derzeit tatsächlich utopisch, Visionen dafür gibt es aber schon.Foto: Dietmar Thomas
Willkommen in Raum für Visionen und Utopien: Eine glanzvolle Wiederauferstehung des Bahnhofs Leisnig erscheint derzeit tatsächlich utopisch, Visionen dafür gibt es aber schon.Foto: Dietmar Thomas

© - keine angabe im hugo-archivsys

Die bunten Lettern auf dem Plakat leuchten weit in die Umgebung. Sie heben sich ab vom verblichenen Gelb des Bahnhofs und auch vom Grau der Wolken, die derzeit tief über Leisnig hängen. „Herzlich willkommen im Raum für Visionen und Utopien", steht darauf. Dazu einige „Visionen", wie Kunst, Büro und Geschäft, sowie eine Telefonnummer und der Name einer Website – beide schweizerisch.

„Ich möchte die Leisniger dazu bringen, sich mit Ideen für den Bahnhof an mich zu wenden", erklärt Erwin Feurer. Der Schweizer hat vor einem halben Jahr den Leisniger Bahnhof erworben, bei einer Auktion für 8500Euro. Seitdem ist er auf der Suche nach Möglichkeiten, um das neogotische Gebäude wiederzubeleben. Der feingeistige Mann aus dem Dorf Egnach am Bodensee denkt dabei vor allem an eine künstlerische Nutzung. Ein Teil des Bahnhofs soll für eine Dauerausstellung hergerichtet werden, in einem anderen Bereich könnte irgendwann ein Büro entstehen. Auch eine eigene Wohnung kann sich Feurer in der Station vorstellen, wobei diese Zukunftsmusik noch sehr leise klingt.

Denn im Moment muss am Bahnhof erst einmal das Nötigste gemacht werden. Nachdem Feurer zu Anfang des Jahres mit seinem Sohn eine Putzaktion durchführte, ließ er zuletzt auch mehrere Fenster auswechseln. Dabei erhofft er sich in Zukunft mehr Hilfe von den Leisnigern, die sich auf seinen Aufruf hin nach eigenen Angaben bisher kein einziges Mal bei ihm gemeldet haben. Andreas Riethig kann er damit jedoch nicht gemeint haben. Der Eisenbahnfreund sprudelt geradezu über vor Ideen für das alte Schmuckstück. „Ich habe erst vor Kurzem eine ganze A4-Seite mit Vorschlägen an Herrn Feurer gesendet", sagt Riethig.

Sein Kerngedanke: Der direkt am Bahnhof vorbeiführende Mulderadweg soll bei der künftigen Nutzung der entscheidende Trumpf werden. „Für die Touristen, die ihn befahren, könnte ich mir eine preiswerte Übernachtungsmöglichkeit, einen Imbiss und auch eine kleine Fahrradwerkstatt im Bahnhof vorstellen", sagt der ehemalige Eisenbahner.

Olbricht-Gedenken im Bahnhof?

Ebenso sollte der frühere Gepäckaufbewahrungsraum auf der anderen Straßenseite irgendwann für die Darstellung von Museumsstücken verwendet werden, schließlich ist er laut Riethig mit seinem schönen Oberlicht perfekt dafür geeignet. Damit rennt er auch bei Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) offene Bahnhofstüren ein – das Stadtoberhaupt sucht aktuell noch nach geeigneten Räumlichkeiten für eine Olbricht-Gedenkstätte.

In ihrer Leidenschaft für das Leisniger Baudenkmal sind sich Riethig und Feurer wohl ähnlich, bei den Wegen zu seiner Erhaltung unterscheiden sich die beiden jedoch erheblich. Während der Schweizer eher noch auf visionäre Ideen wartet, hat der Deutsche schon viele praktische Empfehlungen parat. Spätestens zum Tag des offenen Denkmals am 14. September ist Feurer wieder in der Stadt. „Dann können mir die Leisniger ihre Vorschläge auch persönlich mitteilen", sagt der Schweizer.


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